29.09.2018: „Die Zauberflöte“ (Volksoper)

 
 
Zum nunmehr letzten Mal für längere Zeit hieß es für Solisten der Volksoper taminieren, paminieren und papagenieren. Und obwohl man von mir nicht wirklich behaupten kann, dass ich ein großer Mozart-Fan bin, war diese Vorstellung besonders. Besonders intensiv und mitunter beeindruckend. Woran das gelegen haben mag?
Wie bereits erwähnt, hatten heute viele Sänger ihre letzte Vorstellung bis Mai. Durch diese Derniére herrschte eine ausgelassene, aber auch freudige Stimmung auf der Bühne. Eine energetische Spannung trotzte der ausbaufähigen Inszenierung, Langeweile wich einem Knistern in der Luft. 
Das merkte man auch im Publikum: bei vielen, vielen Stellen erfüllte helles Kinderlachen den Raum und ich freue mich für alle Kinder, die heute zum ersten Mal in die Welt der Oper hineingeschnuppert haben, dass sie solch eine tolle Vorstellung erleben konnten. (Ich finde trotzdem die Zauberflöte als erste Oper für Jüngere eindeutig ungeeignet)

Getragen wurde die Vorstellung von den Solisten, die auf der Bühne Spannung erzeugten und diese bis zum Ende bewahrt haben. Hervorzuheben ist die wunderschöne Stimme und das Schauspieltalent von Rebecca Nelsen, dasselbe gilt für Beate Ritter, die mit ihren Koloraturen aus „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ das Publikum praktisch von den Sesseln haute. Bewundernswert sind die Tiefen der Sarastro-Partie, die Stefan Cerny scheinbar mit links meistert. (Ich habe erst vor kurzem gelesen, dass diese Rolle eine der tiefsten Noten besitzt, die je für einen Menschen geschrieben wurde) Mirko Roschkowski gab einen großartigen Tamino, während sich die Kinder über Michael Havliceks Papageno zerkugelten. Ebenfalls den Mittelpunkt vieler Lachsalven bildete Juliette Khalil als Papagena, aber auch stimmlich bewies sie viel Talent.
Danke für diesen unglaublichen Abend und ich freue mich auf ein Wiedersehen im Mai!!!
 
 
 
 
 

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