15.10.2018: Interview zur Uraufführung von „Heidi“ mit Vanessa Zips (MQ Wien)

Foto: Markus Wache

Seit dem 10. Oktober wird im Wiener Museumsquartier eine neue Produktion geboten: Basierend auf Johanna Spyris Romane entwickelten Michael Schanze und Hans-Dieter Schreeb ein neues Konzept des Kinderbuchklassikers „Heidi“. Im April 2019 wird eine überarbeitete Version des Familienmusicals wiederaufgenommen.

Anhand dieses Werkes durfte ich ein kleines Interview mit der Hauptdarstellerin Vanessa Zips führen.

1. Frage: Ich nehme an, die Rolle des Schweizer Mädchens war sicher heiß begehrt. Wie bist du dazu gekommen?

Vanessa Ich bin eigentlich relativ spät auf die Rolle gestoßen. Im Frühjahr bekam ich einen Anruf vom Choreographen des Stückes, der mich noch vom Badener Stadttheater kennt (dort habe ich mal mitgespielt) und der hat mich dann für die Partie vorgeschlagen. Ich hatte anschließend ein kleines Vorstellungsgespräch und ein Casting; Ende April wusste ich dann, dass ich die Rolle bekommen würde.

2. Frage: Wie kommst du damit zurecht, dich in die Rolle eines Fünf- bis Achtjährigen hineinzuversetzen?

Vanessa Dadurch, dass ich um einiges jünger aussehe, als ich bin, habe ich schon immer Kinder gespielt. Ich fühle mich da einfach sehr wohl und denke, dass ich darin auch relativ gut bin.

Das bist du definitiv! Kommen wir nun zur

3. Frage: Heidi ist ein ziemlich ungestümes Kind. Wie schafft sie es trotzdem, die Herzen aller für sich zu gewinnen?

Vanessa Sie ist eben ein durch und durch positiver Mensch. Und obwohl sie eine Waise ist, also beide Eltern verloren hat, schafft sie es, sich aufzuraffen und unbeschwert zu bleiben. Ich denke, da kann sich jeder Mensch was von ihr abschauen. Jeder muss mal mit einem Schicksalsschlag kämpfen, aber ihre „Message“ ist, sich trotzdem nicht unterkriegen zu lassen.

4. Frage: Normalerweise benötigt eine neue Produktion mindestens sechs Wochen Probezeit, ihr hattet allerdings nur drei. Warum?

Vanessa Das war so eingeplant, dennoch war es eindeutig zu wenig. Wir haben sogar erst zwei Tage vor der Uraufführung die Halle bekommen, dennoch ist alles sehr gut verlaufen und wir haben uns perfekt eingespielt.

5. Frage: Wie ist es für dich, mit Kollegen, die über so viel Bühnenerfahrung verfügen, also Alfons Haider, Uwe Kröger und Maya Hakvoort, auf der Bühne zu stehen?

Vanessa Man merkt halt, dadurch, dass sie schon jahrelang in diesem Geschäft verkehren, dass sie echte Profis sind. Sie wissen genau, was sie sich erlauben können und was nicht, worin ich eben nicht so Bescheid weiß. Aber im Gesamteindruck ist es wie mit anderen Kollegen auch: Man wächst zusammen, wird zu einem Team.

6. Frage: Es muss dir sicher einiges abverlangen, vor mehr als 900 Zuschauern zu singen. Deine Tricks gegen Lampenfieber?

Vanessa (lacht) Weißt du was? Ich habe witzigerweise in dieser Produktion viel weniger Lampenfieber als zB bei Vorstellungen in der Volksoper. Ich denke, es liegt daran, dass man bei drei Stunden Spielzeit viel weniger Stress hat, sich beweisen zu müssen, als bei genau einer Szene, in die man das ganze Können hineinsteckt.

7. Frage: Dein erster Gedanke, als du in Heidi auf der Bühne gestanden bist?

Vanessa Puh, keine Ahnung. In dem Moment blendet man einfach alles aus, man muss da sehr konzentriert bleiben. Wenn du einmal nicht zuhörst, verlierst du sofort den Faden.

8. Frage: (und damit die letzte :)) Im April wird das Musical wiederaufgenommen. Welchem Publikum würdest du das Stück empfehlen?

Vanessa Familien. Das Werk wurde als Erlebnis für die Familie geschrieben. Ich glaube, Heidi kennt jede Altersgruppe und dadurch kommt es auch bei allen gut an. Also gerne im April vorbeikommen!

Danke für das Interview, Vanessa!

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